Montag, 16. Juli 2012

Selig sind die Friedensschaffer!


Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen! (Matthäus 5, 9)

Die Übersetzung mit „Friedfertige“ kann hier zu einem ziemlich üblen Missverständnis führen, denn nach wie vor geht es nicht mehr um den Charakter des Gläubigen, sondern um sein Verhalten. Das griechische Wort an dieser Stelle wird wohl besser mit „Frieden Machende“ übersetzt. Es geht eben nicht darum, um des lieben Friedens willen zu schweigen, sondern um das aktive Schaffen von Frieden in friedlosen Zeiten.

Doch zunächst wollen wir uns fragen, was in der Bibel mit „Frieden“ überhaupt gemeint ist. Das Alte Testament, welches die Bibel Jesu und der Apostel war, hat hierfür den hebräischen Begriff „Schalom“. In der Grundbedeutung ist mit Schalom zunächst einmal Wohlergehen in jeglicher Art und Weise gemeint. Dies geht von Gesundheit über Freude bis hin zu finanziellem Gedeihen.

Etwas genauer betrachtet ist dieses Schalom jedoch immer an den Geber des Schalom, an den Jahwe des Alten Testaments, gebunden. Er gibt den Frieden, und Er nimmt ihn, wenn notwendig, auch wieder weg. Wer sich von Jahwe abwendet und anderen Göttern nachläuft, der stellt sich gegen Jahwe und hebt deshalb den Schalom Jahwes auf.

Auch die Propheten des Alten Testaments wandten sich gegen andere, nämlich falsche Propheten, welche den Schalom Jahwes dort verkündet haben, wo kein Schalom ist, nämlich im Ungehorsam gegen Jahwe. So hat schon Micha ben Jimla, ganz speziell aber auch Jeremia und andere mehr gegen diese Schalom-Propheten gewettert, weil sie den Königen Israels bestätigen wollten, dass ihr Ungehorsam gegen Jahwe mit dem Schalom Jahwes vereinigt werden konnte.

Schalom machen bedeutet also auch, dass man dort, wo Ungehorsam ist, kein Blatt vor den Mund nehmen darf, sondern aufdecken muss, wo der Ungehorsam gegen Jahwe stattfindet. Denn nur die Beseitigung des Ungehorsams kann den Schalom Gottes wieder erneuern. Der Friede Gottes entsteht also dort, wo Menschen ihre Schuld vor Gott einsehen und die Vergebung annehmen, die der Herr Jesus für uns erkauft hat am Kreuz von Golgatha.

Gerade deshalb ist das Evangelium auch eine frohe Botschaft: Weil der Gott, welcher über die Ungerechtigkeit und Gottlosigkeit in der Welt zürnt, selbst auf die Erde gekommen ist, um diese Ungerechtigkeit gut zu machen, also zu bezahlen, was an Schuld entstanden ist.

Eine andere Art von Schuld entsteht aber auch immer wieder zwischen uns Menschen. Wo die Einen ausgebeutet, die anderen gemobbt, die dritten verletzt und die vierten einsam im Stich gelassen werden, da ist viel Schuld vorhanden, viel Unfrieden. Auch hier sind wir als Gläubige gefordert, einzutreten und Frieden zu machen, wo kein Friede ist. Wir dürfen dort aktiv werden, wo dieser Unfriede herrscht und den Menschen die gute Botschaft vom Frieden mit Gott, mit uns selbst, mit unseren Mitmenschen und unserer Umwelt weitergeben. Wir sind als Friedensstifter geradezu aufgefordert, den Mund nicht zu verschließen, sondern ihn zu öffnen, und echten, wahren Frieden zu bringen.

Als Frieden Machende haben wir eine wunderbare Verheißung: Denn sie werden Gottes Kinder heißen. Wir werden nicht durch unser ganzes Engagement zu Kindern Gottes, sondern weil Er uns als solche adoptiert und als Kinder annimmt. Als solche, die sich für den Frieden einsetzen, brauchen wir selbst zuerst den Frieden mit Gott. Und wenn wir den Frieden mit Gott haben, dürfen wir auch mit uns selbst Frieden schließen. Denn Gott hat uns angenommen, deshalb dürfen wir auch uns selbst annehmen und werden deshalb auch unsere Mitmenschen annehmen und alles dafür tun, dass auch sie ihren Platz in der Familie Gottes bekommen können.

Echtes Frieden Machen ist somit eine durch und durch aktive Aufgabe, die jede und jeder Gläubige bekommen hat. Denn es ist mit unserer Welt im Argen, Unfrieden, wohin das Auge blickt. Unzufriedenheit, Armut, Krankheit, Schmerz, Verletzung, kaputte Menschen, Mobbing, und so weiter. Unsere Aufgabe ist groß, aber da wir den Frieden und so auch die Ruhe und die nötige Kraft dafür von Gott bekommen haben, ist diese Aufgabe kein Ding der Unmöglichkeit, sondern wartet nur noch darauf, dass wir sie anpacken.

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